Bibel, Bibel lesen

In Neues und Altes by PestelKommentar hinterlassen

Theologie, Zeitgeist und Wissenschaft arbeiten sich kritisch an der Bibel ab. Die Kirche aber hat zu zeigen, dass die Bibel das aushält und sie hat sie als Fundament für Glauben und Leben kostbar zu machen.


Ineinandergeblätterte Bücherhp photosmart 720
Manchmal kommen große Erkenntnisse ganz nebenbei! Es war in einer besonders langweiligen Gemeindestunde. Kaum durchzustehen! Aus purer Verzweiflung habe ich mit zwei Gesangbüchern herumgespielt und sie an einer Ecke Seite für Seite ineinander geblättert. So langweilig war es.
Doch plötzlich habe ich gemerkt, dass sich die beiden Bücher nicht mehr von einander trennen ließen! Die regelmäßige Überlappung führte zu einer festen Verbindung, und je mehr man daran zieht, desto fester wird sie! Trennen lassen sich die Bücher nur noch, wenn man sie mehr ineinander schiebt (!) und so die Reibung verringert wird. Später, in einem wirklich hellen Moment, ist mir bewusst geworden, dass es recht ähnlich mit der Beziehung mit Gott ist: Der regelmäßige Kontakt mit ihm, das tägliche Bibellesens, die vielen kleinen, bewussten Gebete an jedem Tag, sie binden uns eng und fest an ihn. Wenn der Heilige Geist in unsere Tage hineingeblättert ist, dann erfüllt er uns immer mehr und lässt sich nicht mehr aus unserem Leben herauslösen. (Christian Pestel)

Das Buch, das mich versteht
Timothy Keller ist Theologe, Autor und Gemeindegründer in New York, zu dessen Gottesdiensten regelmäßig tausende Menschen kommen und die gerade moderne, kritische Menschen ansprechen. Keller schildert seinen Werdegang so, dass erst er die Bibel studiert, hinterfragt und analysiert hätte, doch dann hätte diese angefangen, ihn selbst zu hinterfragen und zu analysieren. Das erläutert er mit der Geschichte des Philosophieprofessors Emil Cailiet, der als junger Mann zunächst Agnostiker war und die Bibel nicht kannte. Als Soldat wurde er im ersten Weltkrieg verwundet. Er lag lange im Lazarett, wo er in einer Art Hunger, um sich und seine großen Fragen zu verstehen, viel las. Immer wenn er in Literatur und Philosophie Stellen fand, die in seine Lage hinein sprachen, so schrieb er sie in eine Kladde. In der Hoffnung, damit ein Buch zu haben, das „ihn verstand“ las er diese Sammlung später, doch das wurde zu einer Enttäuschung, begegnete er doch nur wieder seinen eigenen Erfahrungen und Gedanken. Wie zufällig erhielt er kurz darauf eine Bibel und las und las, bis tief in die Nacht. „Und siehe da, während ich sie [die Evangelien] las, wurde der Eine, der in ihnen redete und handelte, für mich lebendig.“ Und ihm dämmerte: „Dies war das Buch, das mich verstand.“ (nach Timothy Keller, Gießen/Basel: „Jesus. Seine Geschichte – unsere Geschichte“, S. 15-16; eingesandt von Dr. Stefan Jung)

Stille Zeit ist wie Perlentauchen
Mit der Stillen Zeit ist es wie bei einem Perlentaucher. Der Taucher steigt jeden Tag ins Wasser und sucht Perlen. Er findet nicht jeden Tag eine Perle, aber wenn er aufhört zu tauchen findet er mit Sicherheit keine mehr. Wenn er sich aber nicht beirren lässt, bekommt er Erfahrungen, findet gute Tauchgründe und findet viele Perlen.
Das Bild zeigt, dass Disziplin wichtig ist. Wenn wir aufhören Gott zu suchen, hören wir auch auf, Erfahrungen mit ihm zu sammeln. Natürlich ist das Bemühen zwar kein Selbstzweck, aber es bringt Übung und Erfahrungen mit sich. Und je mehr diese wächst, desto mehr erleben wir die Bestätigung dessen was wir suchen. Denn Jesus sagt: „Wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. (Lk 10,11)

Das Meeresrauschen in der Muschel
[Eine Gegenstandsandacht für die Kinder im Gottesdienst. Gebraucht wird dafür eine große Muschel, eine Kaffeetasse und eine Bibel] Jetzt haben die Sommerferien begonnen. Manche bleiben zuhause, manche fahren in die Berge und manche fahren ans Meer. Wer von euch fährt ans Meer? (……)
Ich liebe das Meer. Und ich finde immer spannend, was da so alles angespült wird: Holz, Tang, Seesterne – und Muscheln. Und wenn ihr Glück habt, dann findet ihr auch große Muschel – wie diese hier. Und ihr wisst es vielleicht: Wenn man so eine große Muschel ans Ohr hält, dann hört man etwas… was hört man da? (….. Meeresrauschen) Kann mal einer horchen, ob die hier auch rauscht? (….)
Das ist doch toll: Die Muschel ist im Meer geboren, sie hört ihr Leben lang dieses Rauschen, und sie speichert es. Und wenn wir still werden, können wir es hören.
Wer von euch in den Ferien zu hause bleibt, der muss nicht traurig sein. Ich habe hier eine Kaffee-Tasse. Mag mal jemand ausprobieren, ob die auch rauscht? (ausprobieren lassen; ….., Ja!)
Das ist natürlich kein Meeresrauschen, sondern das Rauschen der Kaffeemaschine. Oder, was meint ihr? (….)
Nein, natürlich nicht. Man kann eine Muschel, eine Tasse, ein Glas oder einen Blumentopf ans Ohr halten, und immer hört man es rauschen. Manche meinen, man würde das Blut in seinen eigenen Ohren hören. Aber das stimmt auch nicht, denn man kann dieses Geräusch mit einem Mikrophon aufnehmen. Und wenn man sich die Tasse ganz über das Ohr stülpt, dann hört man gar nichts mehr [vormachen].
Das Rauschen kommt von den vielen Geräuschen, die am Ohr vorbei in die Muschel kommen. Leise Geräusche, auf die wir sonst nicht achten. Und die fangen sich in der Muschel und werden da verstärkt und lauter. Das ist das Rauschen, das wir hören.
Was passiert eigentlich, wenn wir die Bibel an unser Ohr legen? [vormachen] Mag das noch mal jemand ausprobieren? (….) Und was hörst du? (….) Von der Bibel hören wir keine Geräusche. Aber wenn wir sie aufmerksam lesen, wenn wir Gott darin hören wollen, dann redet er zu uns. Im 5.Buch Mose steht: „Gottes Wort ist euch ist euch ganz nahe. Es ist auf deinen Lippen und in eurem Herzen, damit ihr es tut.“ [Eigene Erfahrungen erzählen] (Christian Pestel)

Bibelfussball
Zwei Mannschaften schlagen um die Wette in der Bibel verschiedene Dinge nach. Jeder ist mit einer Bibel bewaffnet. Und die Mannschaft, die zuerst die Lösung gefunden hat, ruft ihn laut raus. Das Spielfeld mit 6 Teilfeldern und den beiden Toren wird auf Flipchart oder (Magnet-)Tafel gemalt – in der Mitte liegt der Ball (Punkt, Magnet etc.). Jede richtige Antwort befördert den Ball kommt etwas dichter zum gegnerischen Tor oder in dasselbe hinein.
Beispielsfragen:Bibel - Bibelfussball
• Wie heißen die drei supersüßen Töchter von Hiob in Hiob 42,14? [Täubchen, Zimtblüte und Schminktöpfchen] • Womit vergleicht sich Jesus in Johannes 10,9? [„Ich bin die Türe“] • Um welchen Kuchen geht es in Jesaja 16, 7? [Traubenkuchen] • Welcher Beruf wird in Apostelgeschichte 9,43 genannt? [Gerber] • Wer findet zuerst Psalm 151? [gibt es nicht] • Wie ist der Name des Messias in Jesaja 6,14? [Immanuel] • Durch welches Land will Paulus in 1 Korinther 16,5 reisen? [Mazedonien] • Welche Stelle ist der letzte Vers im alten Testament? [Maleachi 3,24] • Welches Gleichnis Jesu beginnt in Lukas 15,4? [Das Gleichnis vom verlorenen Schaf] • An welche Gemeinde ist der Brief, der in Off. 2,1 beginnt? [Ephesus]

So würdest du es nie glauben
Ein Junge kam aufgeregt aus der Sonntagsschule nach Hause. Seine Augen leuchteten und voll Begeisterung erzählte er seinem Vater: „Mensch, Papa, diese Geschichte und dem Volk Israel ist klasse, da wo sie durch das Rote Meer zogen!“ Sein Vater lächelte auf ihn hinunter und sagte: „Was war denn da so toll?“
„Also, die Israeliten sind aus Ägypten ausgezogen. Aber der Pharao hat sie verfolgt, um sie wieder einzufangen. Die Juden sind so schnell gelaufen, bis sie zum Roten Meer kamen. Die ägyptische Armee war direkt hinter ihnen. Sie kamen immer näher! Und da hat Moses sein Walki-Talki genommen. Er hat die Israelische Luftwaffe angefunkt und befohlen, dass sie Ägypten bombardieren. Während des Angriffs haben die Pioniere eine Ponton-Brücke über das Rote Meer gebaut, so dass das Volk trockenen Fußes über das Meer kam. Sie haben es tatsächlich geschafft!“ Nun war der Vater doch schockiert. „Haben sie euch die Geschichte SO erzählt?“ Da antwortete der Junge: „Nicht ganz genau so, Papa. Aber so wie sie es erzählt haben, würdest du es nie glauben.“

In der Hölle fragst du eben
Ein kleines Mädchen redete mit seinem Lehrer über die Wale. Der Lehrer sagte, dass es rein physiologisch unmöglich sei, dass ein Wal einen Menschen lebend verschluckt. Das Mädchen sagte, dass aber doch Jona von einem Wal verschluckt worden sei. Irritiert entgegnete der Lehrer auch die großen Säugetiere hätten einen so schmalen Schlund, dass Jona nicht lebendig verschluckt worden sein könne. Das Mädchen sagte: „Wenn ich im Himmel bin, dann werde ich Jona danach fragen.“ Der Lehrer fragte zurück: „Aber was, wenn Jona in der Hölle ist?“ Darauf sagte die Kleine: „Dann fragst du ihn eben.“

Die Bibel spricht für sich selbst
„Wenn ein großer Dichter erscheint, bietet er keinen Beweis dafür an, dass er ein Dichter ist. Seine Dichtung spricht für sich selbst (…). Wir identifizieren sein Werk nicht mit Hilfe vorgefasster Begriffe. Der Genius identifiziert sich selbst.
Die Bibel hat es nicht nötig, ihre Einzigartigkeit zu beweisen. Durch alle Zeiten hindurch hat sie Macht über den Geist des Menschen ausgeübt, nicht, weil sie das Etikett „Wort Gottes“ trug und den Menschen durch Dogmen nahegebracht wurde, sondern weil in ihr ein Feuer brennt, das Seelen entzündet. Wenn sie ohne dieses Etikett, ohne diesen Ruf auf uns gekommen wäre, so wäre unsere Verwunderung über ihre Kräfte sogar noch größer.“ (Abraham J. Heschel. „Der Mensch fragt nach Gott. Untersuchungen zum Gebet und zur Symbolik, Neukirchener Verlag, 1993. S. 184)

Sprüche zu „Bibel“
1. Te totum applica ad textum, rem totam applica ad te. (Vertiefe dich ganz in den Text und vertiefe ihn ganz in dich; Bengel)
2. Das Wort, das dir hilft, kannst du dir nicht selbst sagen!
3. Behandle Gottes Zusagen nicht wie Museumsstücke, sondern glaube ihnen und mache von ihnen Gebrauch. (C.H. Spurgeon)
4. Beim Bibellesen soll man es so machen, wie beim Fischessen. Kommt man an eine Gräte, ißt man einfach um sie herum weiter. (Moody)
5. „Der Galaterbrief ist mein Lieblingsbrief, dem ich mich ganz anvertraut habe. Er ist meine Käthe von Bora.“ (Martin Luther. Tischreden. Herausgegeben von Kurt Aland. Stuttgart: Philipp Reclam Jun., 198. Seite 27)
6. „Ich habe Gott gebeten, dass er mich mit Träumen verschone, sie sind sehr zweideutig und trügerisch. Er möchte mir auch keine Zeichen oder Engelsmächte offenbaren; ich kann mich solcher Dinge nicht annehmen, aber sie sind auch nicht nötig, da mir nun Gott einmal sein Wort gegeben hat, das ich jetzt habe. Dem hange ich an, daran glaube ich.“ (Martin Luther. Tischreden. Herausgegeben von Kurt Aland. Stuttgart: Philipp Reclam Jun., 198. Seite 226)
7. Es liegt genug Staub auf manchen eurer Bibeln, um mit dem Finger “verdammt” hinein zu schreiben. (Charles Haddon Spurgeon)


Warning: count(): Parameter must be an array or an object that implements Countable in /homepages/31/d611357231/htdocs/clickandbuilds/CMS0/wp-includes/class-wp-comment-query.php on line 405

Kommentar hinterlassen