anbeten, Anbetung Gottes

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„Anbetung“ ist kein Musikstil, wie mancher denkt, sondern meint die Verehrung Gottes. Die Verehrung Gottes in Wort und Tat zu praktizieren und diese zu lehren ist Aufgabe der Kirche und der Gottesdienste.


Sich selbst anbeten
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Girolamo Savonarola war einer der großen Prediger des 15. Jahrhunderts. In seiner Heimatstadt Florenz gab es in der Kathedrale eine wunderschöne Marmorstatue der Jungfrau Maria. Als junger Priester bemerkte Savonarola er eines Tages eine ältere Frau die vor der Statue der Maria betete. Er beobachtete, dass sie Tag für Tag kam, um vor dieser Statue anzubeten.
Eines Tages sagte Savonarola zu einem älteren Priester, der in der Kathedrale schon lange Dienst tat: „Sieh, wie hingegeben und ernsthaft diese Frau ist. Jeden Tag kommt sie und betet zu der gesegneten Mutter Jesu.“ „Lass dich nicht beeindrucken von dem, was du siehst.“ Antwortete der Priester. Der Bildhauer brauchte vor vielen Jahren eine hübsche junge Frau, die ihm Modell sitzt für diese Statue. Die Frau, die du hier beten siehst, war damals die hübsche, junge Frau. Sie verehrt, was sie damals war.“
 


Auge in Auge mit Gott

Eine moderne Legende handelt davon, dass eine Frau 1990 einen Haagen-Dazs in Kansas City betrat, um eine Eiswaffel zu kaufen. Als sie sich dort in der Schlange anstellt, bemerkte sie, dass sie direkt hinter Robert Redford stand, dem weltbekannten Schauspieler. Sie war verblüfft, starrte ihn an, atemlos stand sie hinter dem Oscar-Preisträger und sah wie er ein Eis kaufte. Gedankenlos nahm sie selbst ihr Eis und trat auf die Straße. Doch dort stellte sie fest, dass sie gar kein Eis in der Hand hatte. Sie drehte sich um, um es zu holen, doch stieß sie in der Tür fast mit Redford zusammen. Er sagte zu ihr: „Wenn sie ihr Eis suchen, das haben sie eben in ihre Handtasche gesteckt.“

  • Wenn wir Gott unmittelbar vor Augen haben, hat das eine ähnliche Wirkung – völlige Absorption, ganze Hinwendung, Relativierung alles anderen. Ein biblisches Beispiel ist etwa die Verklärung von Jesus (Lk 9,33)
  • Diese modern Legende wird von verschiedenen Schauspielern erzählt (http://www.snopes.com/embarrass/celebrity/icecream.asp). Das wirft die interessante Frage auf, in einer Predigt für den guten Zweck eine solche letztlich unwahre Geschichte erzählt werden sollten. Meine Meinung: Wenn sie als vage, didaktische Erzählung kenntlich gemacht werden, ist das OK.

 
Wir preisen, ehe wir beweisen
„Wir lernen Gott nicht dadurch verstehen, dass wir alle Argumente für oder gegen Ihn zusammenstellen und darüber debattieren, ob Er eine Realität oder eine Erfindung des Geistes ist. Gott kann nicht als abgeleiteter Gedanke erfasst werden, nicht als Erklärung für den Ursprung des Universums. Er ist entweder der Erste und der Letzte oder eben nur irgendein weiterer Begriff. Spekulation ist nicht Voraussetzung für den Glauben; Voraussetzungen sind Staunen und Lobpreis. Die Anbetung Gottes geht der Bestätigung Seiner Wirklichkeit vorauf. Wir preisen, bevor wir beweisen. Wir antworten, ehe wir fragen. Beweise für die Existenz Gottes mögen vielleicht unseren Glauben stärken, sie rufen ihn nicht hervor.“ (Abraham J. Heschel. Gott sucht den Menschen. Neukirchen-Vlyn: Neukirchener Verlag, 1995. S. 91-92)


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