Advent

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Wie kommt man von dem netten Spekulatius-Advent weg, hin zu der provokativen Message, dass das Reich Gottes mit Jesus Christus angebrochen ist, und dass er es bald sichtbar aufrichten wird?


 

Der Eselsbrunnen in Halle an der SaaleUnbenannt222
In Halle an der Saale gibt es die schöne Stadtlegende – „Der Esel, der auf Rosen geht“. Diese ist als Skulptur auf dem Brunnen am Alten Markt dargestellt.
Die Erzählung handelt davon, dass der König einmal auf der Durchreise durch ihre Stadt kommen wollte. Die Bürger freuten sich darüber. Sie schmückten die Hauptstraße, hängten Fahnen auf und zuletzt streuten sie Rosen auf die Straße. Und als der König kommen sollte, standen sie dort Spalier und warteten auf ihren König.
Sie mussten länger warten, doch dann sahen sie etwas in der Ferne. Sie glaubten auch ein Reittier zu erkennen. Doch als es näher kam, wurden ihre Gesichter länger: Es war ein Müllerbursche mit seinem Esel, der die Straße entlangkam und erstaunt über die Rosen schritt. Gut denkbar, dass sich der junge Mann stolz in die Brust geworfen hat, als er die Straße langging.
Aber wo war der König geblieben? War er gar nicht gekommen, so fragten sich die guten Hallenser. Erst auf Rückfragen erfuhren sie es: Der König war gekommen, doch auf einer ganz anderen Straße durch die Stadt gezogen. Er wird sich sehr gewundert haben, wo seinen treuen Untertanen alle waren.

  • Warten wir vielleicht auch an der falschen Stelle auf Gott? Beim ersten Advent jedenfalls haben die Meisten an der falschen Stelle gewartet und wären nicht einverstanden gewesen mit einem Gott, der Mensch wird, mit dem Gottessohn in Windeln.
    An was würden wir ihn erkennen, wenn er kommt? Wäre uns ein Auftreten „in Niedrigkeit“ zu banal, wenn Gott in dem Menschen Jesus Christus vor uns stünde?

Neue Zeichen des Advent
Advent – das klingt nach Kerzen, Keksen und Gemütlichkeit. Und ich bin sicher, bei vielen hier hängen schon Tannengrün, Lichterketten und Adventskalender. All das ist, schön und gut. Aber es ist nur die halbe Wahrheit! Es ist nur die eine Seite dieser Festzeit! Wenn ich die Adventsdeko machen würde, würde ich noch das hier dazutun – eine Sanduhr, einen Spiegel und eine Reisetasche! Schon klar, vom ästhetischen Gesichtspunkt her ist das nicht toll, und als Dekorateur bin ich eine Niete. Aber inhaltlich gehört auch das zu Advent.advent-neue-adventssymbole
Das Stundenglas steht für die verrinnende Zeit. Advent erinnert uns daran, dass die Zeit nicht endlos im Kreis läuft. Diese Welt läuft auf ein Ende zu! Advent heißt ja Ankunft und wir warten auf die Ankunft Gottes. Gott ist einmal in diese Welt gekommen, in Jesus Christus. Aber er wird einmal sichtbar und mächtig kommen, hat er das gesagt. Dafür das Stundenglas.
Und dann der Spiegel. Er steht für die Selbstprüfung. Wenn Jesus wieder kommt, dann werden wir alle vor seinen Richterstuhl treten, die Lebenden und die Toten. Davon hat Jesus oft gesprochen. Und darum sollen wir uns prüfen und vorbereiten. Früher war die Adventszeit war eine Fasten- und Bußzeit: Wir sollen umkehren und unser Leben ordnen. Dafür der Spiegel.
Und zuletzt die Reisetasche. Diese Tasche stand bei uns gepackt, als meine Frau schwanger war und wir auf die Geburt unserer Söhne gewartet haben. Jeden Tag konnte es sein und die Tasche stand fertig gepackt. So sollen wir auf die Ankunft von Jesus vorbereitet sein, denn wir wissen nicht, wann es soweit ist. Dafür die Reisetasche. (Christian Pestel, 1.12.2016)

Advent im Gefängnis
„Wenn du den Brief kriegst, ist wohl schon der Advent da, eine Zeit, die ich besonders liebe. Weißt du, so eine Gefängniszelle, in der man wacht, hofft, dies und jenes – letztlich Nebensächliche – tut, und in der man ganz darauf angewiesen ist, daß die Tür der Befreiung von außen aufgetan wird, ist gar kein so schlechtes Bild für den Advent.“ (Dietrich Bonhoeffer, an seine Braut Maria von Wedemeyer, in: „Brautbriefe Zelle 92″, C.H. Beck Verlag, München 1992)


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