Predigt

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Veranschaulichungen sind wohl weniger für eine Gemeinde. Sie sind wohl eher für den Prediger, um seine Selbstwahrnehmung zu schulen….


Christus in jedem Text
Charles Haddon Spurgeon erzählte von einem jungen Prediger, der nach einer Predigt einen alten Prediger um Feedback bat. Der alte Prediger sagte: „In ihrer Predigt war Christus nicht.“ Der junge Mann sagte: „Aber im Text war auch gar nicht die Rede von Christus! Ich kann doch nur predigen, was der Text sagt.“ Der alte Prediger sage: „Junger Mann, wissen sie nicht, dass es in England in jeder Stadt, in jedem Dorf, in jedem Weiler, ja von jedem Haus aus – eine Straße nach London gibt? Genauso führt von jedem Bibeltext ein Weg zur Metropole Christus. Ich würde über jede Hecke und jeden Graben gehen, um zu meinem Herrn zu kommen. Deine Aufgabe ist es, von jedem Text den Weg zur Metropole Christus zu finden.“

Welche Zielgruppe man predigen soll
„Erasmus Alberus bat D.M. Luther um eine Regel für die Predigt vor dem Fürsten (Johann von Brandenburg/Küstrin). Der Doktor sagte: Siehe nicht auf den Fürsten, sondern auf die Einfältigen und Ungelehrten, von welcher Sorte der Fürst auch sein wird. Wenn ich in meiner Predigt Philipp Melanchthon und andere Doktoren ansehen sollte, so machte ich nichts Gutes. Ich predige ganz einfältig den Ungelehrten, und es gefällt allen. Kann ich Griechisch, hebräisch, Lateinisch usw., das spare ich für unsere (gelehrten) Zusammenkünfte, da machen wir´s so kraus, dass sich unser Herrgott darüber verwundert.“ (Martin Luther. Tischreden. Herausgegeben von Kurt Aland. Stuttgart: Philipp Reclam Jun., 198. Seite 154 ©, mit freundlicher Genehmigung des Verlages)

Predigen in der Kraft des Geistes
„Vor mir liegt, während ich dies schreibe, eine Fotografie der massiven Hauptkanzel, von der aus Spurgeon im Metropolitan Tabernacle predigte. Die Fotografie ist im zweiten Band seiner Autobiographie abgelichtet. Fünfzehn Stufen führen auf jeder Seite, in einer großen, schwungvollen Kurve hinauf, und ich habe gehört (wenn ich auch keine Bestätigung dafür gefunden habe), dass Spurgeon, wenn er diese Stufen mit dem gemessenen Schritt eines schwer gebauten Mannes hinaufstieg, auf jeder davon vor sich hin murmelte: „Ich glaube an den Heiligen Geist.“ Wir können ganz sicher sein, dass er nach fünfzehn Wiederholungen dieses Glaubensbekenntnisses, wenn er dann die Kanzel betrat, tatsächlich an den Heiligen Geist glaubte. Und uns drängt er, dasselbe zu tun.“ (John Stott, „Between Two Worlds: The Art of Preaching in the Twentieth Century (Grand Rapids: William B. Eerdmans, 1982) S. 334; zitiert von Arturo Azurdio „In der Kraft des Geistes“, Friedberg, 3L-Verlag, 2003, S. 122; (c) mit freundlicher Erlaubnis des 3L-Verlages [2016])

Vollmacht aus Ergebenheit
„Der große Geiger Yehudi Menuhin wurde einmal nach dem Geheimnis seines Genies gefragt. Er gab eine Antwort in einem Wort: Ergebung. Der Violinist muss sich der Violine ergeben. In ganz ähnlicher Weise muss sich der Prediger der Herrschaft des Evangeliums ergeben. Es muss an höchster Stelle herrschen. Seine Botschaft muss so tief in dem Mann Gottes eingefleischt sein, dass sie nicht nur alles durchdringt, WAS er sagt, sondern auch aus der Art und Weise duften, WIE er es sagt. So zeigt sich, dass eine apostolische Verkündigung nicht nur durch die Entschlossenheit gekennzeichnet ist, eine törichte Botschaft zu verkündigen, sondern auch durch die Entschlossenheit sich einer törichte Methode zu eigen zu machen.“ (Azurdia, Arturo. In der Kraft des Geistes – Verkündigung mit Vollmacht. Friedberg: 3L-Verlag, 2003. S. 92; (c) mit freundlicher Erlaubnis des 3L-Verlages [2016])

Eine 99-Pfennig-Predigt
Der Pastor hatte sich im 99-Pfennig-Shop etwas ausgesucht und merkte dann, daß er sein Portemonnaie vergessen hatte. „Ich könnte Sie ja einladen, anstelle der Bezahlung sich eine Predigt von mir anzuhören, aber leider habe ich keine 99-Pfennig-Predigten.“ „Dann muß ich halt zweimal kommen,“ schlug der Ladenbesitzer vor.

Das Holzhauercamp
In einem Waldgebiet des amerikanischen Westens lag eine junge Siedlung an einem Fluß. Die Menschen lebten dort als Baumfäller und flößten ihre Stämme über den Fluß zur nächsten Stadt. Diese Siedlung gedieh prächtig und als sie so weit gewachsen war, wollten die Menschen auch einen Pastor. Sie bauten eine schöne Kirche und stellen einen Pastor ein. Der Pastor fühlte sich auch wohl und kam bei den Menschen gut an. Aber eines Nachts sah er, daß die Männer Baumstämme aus dem Fluß fischten, die von einem weiter oben liegenden Camp stammten. Sie sägten die Stammfüße mit dem fremden Brandzeichen ab und brannten ihr eigenes Zeichen ab. Der Pastor schrieb darauf eine flammende Predigt zu dem Thema: Du sollst nicht stehlen! Nach dem Gottesdienst drückten viele Menschen dem Pastor die Hand und bedankten sich. Mit dem Gefühl seine Gemeinde auf den rechten Weg gebracht zu haben ging er nach hause. Aber nach einiger Zeit merkte er, daß der Betrug mit dem Holz weiterging. Daraufhin hielt er eine zweite Predigt zu dem Thema: Du sollst fremde Stammfüße nicht absägen und dein Zeichen darauf brennen. Auf diese Predigt hin warfen die Menschen des Camps ihren Pastor hinaus. So konkret hatten sie es nicht wissen wollen!

Amtlich predigen – oder persönlich
„Das Schlechteste, was man mit dem Evangelium tun kann, ist, es mit dem Amt zu verbinden. Sobald wir sozusagen amtlich predigen, haben wir alle Vollmacht verloren. Wir müssen als Mensch zu Menschen sprechen. Ein Predigtbruder sagte eines Tages zu mir: „In dem Augenblick, wo ich die Kanzeltür schließe, schließe ich mein natürliches Selbst aus.“ Das ist nicht gut; ein Mann muss ganz da sein, wenn er Gott dient, und wenn er je mit seinem ganzen Selbst da sein muss, dann ist es beim Predigen.“ (C.Haddon Spurgeon. In der Predigt vom 24.April 1881 zu Mt 5,15.16. aus: Gottes Versorgung ist sicherer als alle Banken – Predigten über Gleichnisse. Friedberg: 3L-Verlag, 2001. Seite 33)

Spurgeon und der Humor in der Predigt
C.H. Spurgeon wurde oft dafür kritisiert Späße und Humor von der Kanzel zu bringen. Bestimmte Kirchenmänner versuchten ihn deswegen immer wieder, ihn unter Druck zu setzen. Spurgeon sagte dazu: „Wenn ihr nur wüssten, wie viel ich davon zurückhalte, dann würdet ihr mich wirklich verurteilen. …. Diese Prediger halten es für weniger kriminell, eine halbe Stunde tiefen Schlaf zu verursachen, als einen kurzes Gelächter.“

Sprüche zu „Predigt“

  • Eine kurze Rede ist von besserer Qualität al eine lange; und wenn sie es nicht ist, so ist es um so besser, wenn sie kurz ist.   (C.H. Spurgeon)
  • Die goldenen Äpfel des Evangeliums sind es wert, in silberne Schalen gelegt zu werden.   (C.H. Spurgeon)
  • Es ist nicht gut, den Kopf zu ermüden, wenn man das Herz gewinnen will.    (C.H. Spurgeon)
  • Viele Pastoren lernen einen Bibeltext exegetisch zu beerdigen und haben dann keine Möglichkeit mehr ihn homiletisch aufzuerwecken.   (Rudolf Bohren)
  • Das Evangelium verkündigen heißt, dass ein Bettler dem anderen sagt, wo man etwas zu essen bekommt (Daniel T. Niles [1908-1970])
  • „Wenn du ein Prediger der Gnade bist, dann predige eine wahre und nicht eine mutmaßliche Gnade. Wenn die Gnade wahr ist, musst du eine wahre Sünde spüren, keine mutmaßliche Sünde. Gott rettet keine mutmaßlichen Sünder. Sündige tapfer, doch tapferer glaube und freue dich in Christus, der Herr ist über Sünde, Tod und Teufel.“ (Briefwechsel mit Philipp Melanchton, Weimarer Ausgabe, Martin Luthers Werke, Kritische Gesamtausgabe, 1883)

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